Nach dem ich gestern einen fast ausschliesslich super Flug hatte (in Madrid hatte ich etwa 20 Minuten zum umsteigen, musste durch 2 riesen Hallen rennen und eine Station mit der Bahn fahren - keine Ahnung wie ich das geschafft hab), war heute mein erster Tag in Atiquizaya, El Salvador.
Nachdem ich etwa 10 Stunden geschlafen habe (mein Zimmer teile ich mir mit zwei deutschen jungen Maennern, die hier eine Biogasanlage bauen) hat mich der Hahn heute morgen um 8 auch nicht mehr gestoert.
Zum Fruehstueck gab es dann erstmal Bohnen mit Rueherei und Brot und danach gings zum Markt. Da es gestern schon dunkel war, als ich zuhause angekommen bin, war ich heute ganz schoen baff,als ich das Haus zusammen mit Chela, meiner Gastmama, und ihrer kleinen Grossnichte oder wie das heisst, verlassen hab...Ich dachte ich bin im Film, als mir erstmal eine Frau mit einer riesen Schuessel auf dem Kopf entgegen gekommen ist!
...so ging es dann auch weiter, als wir auf dem Markt waren - unbeschreiblich - ich werde noch Bilder machen, was ich mich heute aber noch nicht getraut hab!
Den ganzen Vormittag war ich mit Chela unterwegs, wir waren im Supermarkt, haben staendig Halt gemacht und mit 1000 Menschen geredet und dann zusammen gekocht. Alle waren total nett zu mir, dass einzige was micht total nervt, ist dass ich das Gefuehl hab, meine Zunge verschluckt zu haben...ich krieg einfach kaum ein Wort raus, wenn mit mir geredet wird!...aber ich bin zuversichtlich:)
Um 14 Uhr haben mich William und Mercedes, beide aus dem Projekt APOKAM von meinem Gastpapa Yohalmo, abgeholt und wir haben nochmal einen Spaziergang durch die Stadt gemacht...dabei habe ich sowohl das Zentrum der Stadt mit der Kirche und dem Rathaus, als auch den Friedhof und das Gesundheitszentrum gesehen. Der Besuch des Gesundheitszentrums war sehr interessant! Das Centrum besteht aus mehreren kleinen Haeusern, in denen verschiedenen Krankheiten behandelt werden und unter anderem gibt es auch ein Geburtshaus, das "Casa Materna " heisst. Dieses Haus und seine Wichtigkeit haben mich sehr beruehrt!...dort haben die Frauen aus weitweg gelegenen Doerfern die Moeglichkeit hinzukommen und sich auf die Geburt vorzubereiten. Von dort aus werden sie, wenn es dann so weit ist, ins Krankenhaus gebracht. Wuerde es dieses Haus nicht geben, wuerden viele Frauen den Weg ins Krankenhaus nicht mehr schaffen, da dieser oft viele Stunden betraegt oder die Wege einfach zu anstrengend sind.
Erstaunlich ist, dass es dieses Haus erst seit einem Jahr gibt, vorher mussten die Frauen schauen wie, bzw wo sie ihre Kinder kriegen...In diesem Haus arbeiten 3 Krankenschwestern, jede von ihnen 7 Tage die Woche. Sie werden zwar bezahlt, doch fuer die Versorgung kommt niemand auf. So ist die "Casa Materna" staendig auf Spenden angewiesen! Seit September kuemmern sich Leute aus dem Projekt APOKAM, vor allem Anibal, um den Garten, der im hinteren Bereich des Gesundheitszentrums liegt. Verschiedene Patenkinder aus dem Projekt PPA, fuer das ich hier in Atiquizaya bin, sowie Kinder von APOKAM arbeiten taeglich im Garten. Die Patenkinder machen diese Arbeit quasi als Gegenleistung dafuer, dass sie finanzielle Unterstuetzung bekommen, um ihnen den Schulbesuch zu ermoeglichen. Die Gesamte Ernte geht dabei an die "Casa Materna", entweder um das Essen selbst zu verwerten, oder um es zu verkaufen. Das fand ich toll!!
Anschliessend war ich mit Mercedes und William "Chilate" essen, dabei gibt es eine Suppe aus Mais und dazu unglaublich suesse Teigbaellchen mit Banane. Sehr lecker und sehr suess.
Mit Chela hab ich auf dem Markt das erste Mal Mango mit Chili und Salz gegessen, ich musste mich etwas daran gewoehnen, aber es hat mir wirklich gut geschmeckt!!
Um 16:30 wurde ich dann schon von Josue, meinem Gastbruder, erwartet und ich dachte, wir machen gemeinsam mit Kohlja und Karsten, meinen beide Zimmergenossen, eine kleine Fahrradtour. Als wir an der Plaza ankamen, wartete da das halbe Dorf auf Fahrraedern auf uns, fast alle im gleichen Fahrraddress - Zebraoptik!
Wir sind dann zu einem Fluss mit sehr warmem Wasser gefahren, er heisst nicht umsonst "agua caliente" wo wir alle mit Sachen reingehuepft sind. Besonders erfrischend war das bei der Hitze zwar nicht, aber lustig!...Ich glaube das war die erste Fahrradtour in meinem Leben, bei der ich mir ein komplettes Fahrradoutfit gewuenscht hab, ich hatte weder Helm noch Licht, bin aber auf der Hinfahrt mit den Fuessen im Schlamm stecken geblieben und anschliessend auf trockenem Boden umgefallen und hab auf der Rueckfahrt so viel gesehen, dass ich fast gegen eine Kuh gefahren waere.
ZUm Bendessen gab es dann wieder Bohnen mit Brot und fritierten Kartoffeln, wobei ich auf die Kartoffeln verzichtet habe...wenn ich hier nicht jeden Tag so eine Fahrradtour mache oder mit CHela zur Gymnastik gehe, wie sie es mir angeboten hat, kann ich gar nicht so schnell gucken, wie ich dick werde!:)
Auf jeden Fall war das ein toller erster Tag, weil ich so viele nette Menschen kennenglernt und unglaublich viel gesehen habe!
...Jetzt ist es 20:20 und ich bin so muede, als waer ich einen Marathon gelaufen.
Gute Nacht meine Lieben!!
...ach ja: Bestimmt ist das Geschmackssache, aber alles, was ich bis jetzt gesehen habe - Menschen, wie die Stadt -finde ich richtig schoen anzusehen!!:)...ich vermute das hat auch damit was zu tun, dass die Mehrheit so gross ist, wie ich!!!
Die kleine Lio in der großen Welt...
AntwortenLöschenSuper, dass es Dir so gut geht und Dir alles so gut gefällt!
Gabs schon eine erste Begegnung mit Krabbeltieren??
Viele Grüße aus dem kalten Berlin (heute soll es schneien...)
Hola guapita, Mensch, das ist ja prima, dass du so einen guten ersten Tag hattest.. ich hatte mir ja doch Sorgen gemacht, aber es war ja auch schwer für so lange Zeit Abschied voneinader zu nehmen.. und dann mach ich mir sicher mehr Sorgen, als ich müsste. Und toll, dass du uns jetzt so direkte Eindrücke von Land und Leuten geben kannst, weil wenn man selbst nicht dort war, dann denkt man doch immer zuviel an die Probleme dies dort gibt und dabei sollte man vor allem wissen wie sehr es sich lohnt dort die das Positive zu unterstützen .. und das lernen wir ja jetzt durch dich besser kennen!
AntwortenLöschenMuchos besitos de tu papito!
y muchos saludos a Chela, Yohalmo y Josue!
@ Dennis: nein, bis jetzt hab ich noch keine schlimmen Begenungen mit Krabbeltieren gemacht, nur eine Kakalake hab ich auf der Strasse gesehen und im Fluss sind die Mueckenlarven auf mir rumgekrabbelt. aber ich wollte nicht rumschreien, weil sonst haetten mich bestimmt alle ausgelcht, also hab ichs ganz cool ignoriert...:)
AntwortenLöschen@ Papa: bis jetzt hab ich wirklich nur die schoenen Seiten gesehen! Ich kanns wirklich kaum glauben, wie schoen es hier ist!! :)
na terrorkruemel ich freu mich natuerlich auch sehr das du so gut angekommen bist.
AntwortenLöschenund diese gewaehlte sprache die du an den tags laegst in deinem berricht ist wunderbar.
pass auf dich auf maeuschen!
Liebe Lio,
AntwortenLöschenganz viele liebe Grüße auch von mir, Sabine.
Ich find die Schilderung deiner Eindrücke total spannend! Das mit der Sprache wird noch, wirst schon sehen. Und das Zunehmen .. na ja, ich hab nach einem Sommer Asturien mal 4 kg zugenommen...!
Un abrazo y saludos a Yohalmo, Chela y Josue
Sabine
Gurken, Lio, ganz viele Gurken. Die besten der Welt. Liebe Grüße auch an Shela, Yohalmo und Josué! Silke
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